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Aktiv gegen Antisemitismus ist ein gemeinsames Projekt des AJC Berlin und des LISUM Berlin-Brandenburg.

Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie.”  

AJC Germany
Lisum Berlin-Brandenburg

Ein Programm mit drei Säulen

Das Projekt „Aktiv gegen Antisemitismus“ basiert auf drei Säulen:

Säule 1:

Im Zentrum der ersten Säule stehen Kinder der Klassenstufen fünf und sechs. Diese setzen sich ausgehend von eigenen Migrations- und Minderheitenerfahrungen mit dem Zusammenleben verschiedener Kulturen in ihrer Stadt auseinander und nähern sich in Projektreihen der jüdischen Religion und Geschichte an. Dabei erfahren sie, dass Juden nicht ausschließlich Opfer antisemitischer Verfolgungen waren, sondern dass die jüdischen Minderheiten in den Ländern, in denen sie lebten und leben, wie z. B. Deutschland, der Türkei oder Polen, immer auch eine aktive Rolle in Geschichte und Gegenwart einnahmen und einnehmen. Die Kinder lernen die vielfältigen Formen des Judentums besser verstehen. Sie erfahren von Gemeinsamkeiten mit anderen Religionen, z. B. dem Christentum und dem Islam. Auch mit aktuellen Formen von Antisemitismus setzen sich die Kinder in den Projekten auseinander und werden zielgruppengerecht an das Themenfeld Nahostkonflikt herangeführt.

Säule 2:

Im Zentrum der zweiten Säule stehen Jugendliche mit Migrationshintergrund, die als Youth-Leader gewonnen und zu Expert/innen zum Thema Antisemitismus ausgebildet werden. Erfahrungen aus früheren Projekten haben gezeigt, dass Jugendliche Angeboten wie diesen mit viel Neugier und Interesse an anderen Religionen begegnen, vor allem, wenn ihnen signalisiert wird, dass sie nicht über die ihnen zugeschriebenen Defizite, sondern über ihre Stärken und Kompetenzen wahrgenommen werden. Die Youth-Leader-Ausbildung nimmt die Jugendlichen als Gesprächspartner ernst und befördert ihre Fähigkeit, antisemitische Feindbilder und Stereotype als solche zu erkennen und ihnen entgegenzutreten. Sie werden dabei in die Lage versetzt, auch ihre Mitschüler/innen entsprechend zu sensibilisieren.

Säule 3:

Die dritte Säule hat zum Inhalt, Lehrer/innen, Multiplikator/innen, Eltern und Sozialarbeiter/innen, die mit der Zielgruppe des Projektes arbeiten, in die Arbeit gegen Antisemitismus einzubinden. Dazu werden Fortbildungsseminare durchgeführt. Im Zentrum der Fortbildungen steht die Sensibilisierung für antisemitische Stereotype, die sich vorwiegend im aktuellen Diskurs um Antizionismus, Israelkritik und Globalisierungsgegnerschaft äußern. Dabei gilt es auch, sich mit entsprechender islamistischer Propaganda zu befassen. Weiterer Aspekt der Multiplikator/innenfortbildungen ist die Frage der Vermittlung jüdischen Lebens in der politisch-historischen Bildungsarbeit. Dabei wird es darum gehen, Alternativen zur bisher gängigen Praxis, der überwiegenden Thematisierung von Judentum im Kontext von Nationalsozialismus und Verfolgung, aufzuzeigen. Die Multiplikator/innen werden mit angemessenen Medien und Kinderliteratur zum Thema bekannt gemacht.